Die Skulpturen des Schorndorfer Skulpturenrundgangs

Skulptur 40

Domenico Ferretti / Christoph Traub / Johannes Traub

Remsus nach eine rzerstörten Kopie des Verschwundenen Remsus-originals von Domenico Ferretti

Standort: Das Röhm, Weilerstraße
Material: Kunststein
Jahr: 2007

Die ursprüngliche allegorische Sandsteinskulptur wurde zwischen 1748 und 1753 von Domenico Ferretti für das Neue Schloss in Stuttgart geschaffen. Dort schmückte sie das Attikagesims und musste 1892 durch eine Kopie ersetzt werden. Weil das Schloss im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde, ging man im Zuge des Wiederaufbaus daran, auch die größtenteils erhalten gebliebenen Dachskulpturen zu erneuern. In diesem Zusammenhang gelang es der Stadt Sindelfingen Anfang der 60er Jahre, die für Stuttgart überflüssig gewordene Figur zu übernehmen und in der Grünanlage „Herrenwäldle“ aufzustellen. Dort wurde sie von Vandalen stark beschädigt. Einige Körperteile, so auch das Haupt, sind seitdem verschwunden.

Auf Betreiben des Schorndorfer Oberbürgermeisters Matthias Klopfer trennte sich die Stadt Sindelfingen von dem kräftigen Torso, der seinen Platz im Saunagarten des Oskar-Frech-Bads hat. Zuvor wurde ein Abguss aus Beton gefertigt, für den die Gliedmaßen am Torso von Bildhauer Christoph Traub nachmodelliert wurden.

Diese Kopie des „Remsus“ genannten Remsgotts hat ihren Platz direkt am Fluss und ist frei zugänglich. Remsus ist ein gutes Beispiel für die Tradition der Neptun-Brunnenskulpturen und Fluss-Gottheiten des Barock. Die Formensprache ist geprägt durch wuchtige Volumen, die sich konsequent am ganzen Körper aneinanderreihen. Er ist kein naturalistisches Abbild eines durchaus gut gebauten Kerls, sondern eher ein Formen-Gebilde mit Überlängungen und Verdichtungen, die sich harmonisch dem Gesamtkonzept unterordnen. Kurzum: Eine meisterhafte Bildhauerarbeit mit überraschend stark abstrahierten Formen. (C.T.)

Nachbildung der Sandsteinskulptur von Domenico Ferretti
aus dem 18. Jahrhundert.