Die Skulpturen des Schorndorfer Skulpturenrundgangs

Skulptur 24

Erich Hauser

7/87

Standort: Hof des Finanzamtes
Material: Edelstahl
Jahr: 1987

Ein Kennzeichen der Moderne in der Kunst ist u.a. die Adaption neuer Werkstoffe.

Was einmal mit Marmor und anderen Gesteinsarten begann, mit dem Bronzeguss weitere Möglichkeiten der Gestaltung hervorbrachte, hat im Verlauf der Menschheitsgeschichte unendlich viele Hervorbringungen an uns weitergegeben. Dieser Prozess ist integraler Bestandteil unserer Existenz. Folgerichtig ist Edelstahl – dessen Entwicklung von technischen Bedürfnissen bestimmt war – ein Material geworden, mit dem auch Kunst sich artikuliert. Der Protagonist der Edelstahl-Skulptur ist Erich Hauser. Ihm kommt das Material für die Gestaltung einer Auffassung von Abstraktion in idealerweise entgegen.

Es lässt sich darüber streiten, ob man diese Kunstsprache treffender als „zweckfreie Konstruktion“ bezeichnet oder als Abstrahierung von aus der Natur stammenden Formen betrachtet. Der Künstler selbst versagt sich mit seiner Titelgebung „7/87“ einer Interpretation. Als mögliche Sehhilfe eine Anregung: Könnte es nicht eine Pflanze, eine exotische Blume, in diesem Fall beispielsweise eine Strelitzie sein, die Keimzelle dieser Abstraktion war? Dann würde auch der Standort der Skulptur inmitten von Architektur und Vegetation Interpretationscharakter haben. (E.H.)

Erich Hauser

1930 in Rietheim geboren
1945–48 Lehre als Stahlgraveur in Tuttlingen
Seit 1952 freier Bildhauer
1969 Großer Preis der X. Kunstbiennale, Sao Paulo
1979 Bundesverdienstkreuz I. Klasse
2004 in Rottweil gestorben