Die Skulpturen des Schorndorfer Skulpturenrundgangs

Skulptur 24

Erich Hauser

7/87

Standort: Hof des Finanzamtes
Material: Edelstahl
Jahr: 1987

Spitz zerteilt das ,Siebensiebenundachzig‘ das alte Jagdschloss, bohrt sich in den Himmel und bringt diesen zu uns. In den dreieckigen Edelstahlflächen spiegeln sich Wolken, gleißt die Sonne, graut der Regen. Abrupt gebrochen an der jeweiligen Kante formiert sich die Spiegelung dann beim Umschreiten an der benachbarten Fläche. Hausers Werke sind einander ähnlich, da gibt es kaum Brüche . Inspiriert von Picasso und Ladera nahm der gelernte Stahlgraveur um 1950 Kurse an der FKS und wurde Künstler. Anfangs bewusst mit Arbeitsspuren gestaltend wendete er sich 1962 blankem Industriestahl zu und vernichtete seine alten Arbeiten. Seine Skulpturen reflektieren weder Technik noch Natur: Glänzende Fetische einer Wirtschaftswunderzeit, die nach dem Wiederaufbau an erneuten Glanz und pure Abstraktion glauben ließen. Während viele seiner Zeitgenossen das Kapital verteufelten, machte er es sich zu Diensten. Er ebnete sich Kontakte in die höchsten Ränge. Bald war kein Wettbewerbssieger außer ihm mehr denkbar. Er erfand sich den Kapitalismus für Künstler, was ihm nicht nur Freunde einbrachte. Er gründete eine Stiftung und beschloss als dreifacher Ordensträger sein erfolgreiches Leben in Rottweil. (E.K.)

Erich Hauser

1930 in Rietheim geboren
1945–48 Lehre als Stahlgraveur in Tuttlingen
Seit 1952 freier Bildhauer
1969 Großer Preis der X. Kunstbiennale, Sao Paulo
1979 Bundesverdienstkreuz I. Klasse
2004 in Rottweil gestorben