Die Skulpturen des Schorndorfer Skulpturenrundgangs

Skulptur 20

Robert Schad

LARAG

Standort: Augustenkreisel
Material: Stahl
Jahr: 2009

Auf einer Insel inmitten des hektischen Autoverkehrs erhebt sich LARAG, ein dreiarmiges Gebilde aus rostendem Vierkantstahl. Während der mittlere Stahlarm weiter in die Vertikale wächst, endet die Bewegung der beiden Flankierenden in einer Horizontalen. Es handelt sich nicht um durchgehende Linien, sondern ihr Verlauf ist immer wieder unterbrochen. Durch den Rhythmus an geraden Teilstücken und Knicken wird der Blick des Betrachtenden gestoppt und in eine neue Richtung gelenkt. Diese Lebendigkeit und Veränderlichkeit der linearen und plastischen Körper drückt sich auch in ihrem, aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beobachtenden, variantenreichen Zusammenspiel unter wechselnden Lichtverhältnissen aus.

Je nach Standort des Betrachtenden, ob motorisiert oder zu Fuß, ergeben sich verschiedene Bewegungsverläufe und eine andere Wahrnehmung der plastischen Linien: mal scheinbar flächig und geradlinig, mal plastisch und gebrochen, abgewinkelt und gebogen. Die Linien nähern sich an, verschränken sich, entfalten und separieren sich. Sie umgreifen, begrenzen oder öffnen den Raum. So schwankt der/die Betrachtende zwischen der Wahrnehmung eines zweidimensionalen Formgebildes und der visuellen Erfahrung von Tiefe.

Aufgrund der Bewegungsdynamik von LARAG ergeben sich unterschiedliche räumliche Wirkungen und Formkonstellationen, die eine Fülle an Assoziationen und Deutungen wecken. Anmutig und grazil strebt die Skulptur von Robert Schad aufwärts und strukturiert durch körperhafte Drehung, Neigung und Streckung den Raum wie ein Tänzer, der einer Choreografie folgt. Bei diesem tänzerischen Akt verliert das Material Stahl die Last seiner Schwere, wirkt leicht und dynamisch beschwingt.

Wie Tentakel, die Kontakt mit dem Umraum aufnehmen, tasten sich die Stahlarme in verschiedene Richtungen vor. Zu denken ist deshalb auch an Wegzeichen, die Orientierung geben, den Blick auf die Stadt und das Arnold-Areal sowie in den Himmel lenken.

Neben einer statischen Verortung und Stabilität vermittelt LARAG ebenso die Leichtigkeit einer flexiblen Existenz, die sich aus der Bewegung und damit Veränderung definiert. Deshalb ist die Skulptur von Robert Schad nicht durch materielle Schwere, Volumen und Masse charakterisiert, sondern durch die Linearität, Sensibilität und Gedankenarbeit einer Zeichnung.

Robert Schad

1953 in Ravensburg geboren 
1974–80 Studium an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste, Karlsruhe, bei Albrecht von Hancke und Wilhelm Loth
1980 heiratet die Musikerin Erika Strauss
1989–90 Gastprofessur für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste, Stuttgart
2003 Eröffnung des „Parc de Sculpture de Larians”
Lebt in Larians, Frankreich und Chamosinhos, Portugal

LARAG im Augustenkreisel

Auf einer Insel inmitten des hektischen Autoverkehrs erhebt sich LARAG, ein dreiarmiges Gebilde aus rostendem Vierkantstahl.

2007 lud das Kulturforum Schorndorf Robert Schad im Rahmen des Skulpturenjahres zu einem Ausstellungsprojekt nach Schorndorf ein. Seine eigens für den Marktplatz geschaffene Stahlplastik „Zmorg“ stieß bei der Schorndorfer Bevölkerung auf eine große positive Resonanz. Darüber hinaus waren seine Skulpturen in den Schlosswallgütern und in den Galerien für Kunst und Technik zu sehen. Am Ende der Ausstellung lag der Wunsch nahe, dass Robert Schad mit einer Skulptur auf dem Augustenkreisel dauerhaft vertreten sein soll.

Ohne die Bereitschaft von Robert Schad und Roland Wöhr die Skulptur gemeinsam in der Schlosserei Wöhr herzustellen, würde es die Skulptur in Schorndorf nicht geben. Aber auch andere Firmen und Institutionen haben das Projekt unterstützt: die Firmen Leonhard Weiss Bauunternehmung Göppingen, Christoph Uetz Straßenbau Winterbach, Schauz (Fundament), Autokrane Dravits, Ingenieurbüro Peter + Lochner, Stadtwerke Schorndorf (Beleuchtung).

Besonderer Dank geht auch an die Mitarbeiter des Bürgermeisteramts und dem Gemeinderat für die Bereitstellung der Basismittel, die das das Kunstwerk erst ermöglichten.

LARAG im Bau bei der Schlosserei Wöhr