Die Skulpturen des Schorndorfer Skulpturenrundgangs

Skulptur 13

Werner Pokorny

Haus mit durchbrochener Form

Standort: Karlsplatz
Material: Cortenstahl
Jahr: 1997

Dem Strom des Verkehrs, der den Karlsplatz umrundet, stellt sich die Cortenstahl-Plastik von Werner Pokorny mit einer eleganten Drehung entgegen. Die als Schutzhaus konzipierte Ausdrucksform balanciert auf ihrer Seitenkante wie eine Ballerina beim Spitzentanz. Die sich anschließende durchbrochene Form erfüllt dabei die Funktion der hoch gestreckten Arme. Umgeben von der Häuserkulisse der Schorndorfer Innenstadt wirft das Kunstwerk die Frage nach dem „Wohin“ des Menschen bei der Suche nach Heimat auf. Wir leben in einer Zeit, in der es normal geworden ist, dass das Elternhaus an einem anderen Ort, in einem anderen Land steht und die Geborgenheit in einem Hause nur so lange währt wie die bröckelnde Beziehung oder der befristete Arbeitsvertrag.

Das „Haus“ von Pokorny tanzt gegen die Verunsicherung an. Ohne zu kippen und auf den eigenen Schwerpunkt zentriert, hält es die Balance – verwegen dynamisch. Und weist uns damit den Weg, Veränderungen offen zu begegnen und die Pirouette zu wagen. (E.K.)

Werner Pokorny

1949 in Mosbach geboren
1971-76 Studium an der Staatl. Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe
1989 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg
1999-2013 Professur Staatl. Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart
2013: Hans-Thoma-Preis des Landes Baden-Württemberg
2017: Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg
Lebt und arbeitet in Ettlingen