Die Schorndorfer Edition

Edition 27

Walter Krieg

Die weis(s)e Krähe

Eine fast schon apokalyptische Szenerie: Ein schwarzer Vogel, dominant platziert in einem im Abbruch befindlichen Industriegelände. Im Hintergrund, spinnwebartig zart, wie eine verblassende Erinnerung, wie ein umherirrender Geist, ein mehrstöckiges Bürogebäude.

Daran der kaum erkennbare Schriftzug „Bauknecht“.  Lokalkolorit. Stadtgeschichte. Geschichte.
Walter Krieg hat seine Editionsarbeit „Die weis(s)e Krähe“ sicher nicht ohne Grund als Kaltnadelradierung ausgeführt. Bei dieser Technik wird Gewalt angewendet. Die Stahlnadel gräbt sich unter großem Druck in die blank polierte Kupferplatte.  Die Linien, die aus diesen Furchen beim Drucken hervorgehen, wirken spröde und eckig. Sie schwingen nicht in Harmonien. Sie rumpeln und ächzen wie Abrissmaschinen, sie krächzen wie ein Schwarm aufgescheuchter Krähen.

Weit entfernt von einem Nachtigallen-Lobgesang werden wir hier mit dem Lärm der Zerstörung konfrontiert. Es wird Platz geschaffen, um neue Bedürfnisse zu befriedigen oder neue zu wecken. Der Nachfolger steht in der linken Ecke mit den Initialen EL schon bereit. Stetes Wachstum als Zukunftsprogramm. Ein guter Plan für das Überleben? Der Rabe als Symbol der Hoffnung wie in der Sintflutgeschichte des Athrahasis-Epos beschrieben, oder einmal mehr ein Galgenvogel?

Text: Hardy Langer

Schorndorfer Edition 27
2016
Walter Krieg
Die weis(s)e Krähe
Kaltnadelradierung

Auflage: 50 Exemplare
Nummeriert und signiert
Größe: ca. 40 x 30 cm
Preis: je 100,- Euro

Walter Krieg
1952 geboren in Schwäbisch Gmünd
bis 1981 verschiedene Studien, u.a. Kunsterziehung an der PH Freiburg
1981 Einzelausstellung im Wiehrebahnhof in Freiburg
seit 1982 an der Gottlieb-Daimler-Realschule-Schorndorf
Verschiedenste Ausstellungsbeteiligungen
seit 1988 Mitglied im Kulturforum: Mitarbeit in der Kunstsektion, Vorbereitung von Bildhauersymposien und im Vorstand
seit 1998 regelmäßige Einzelausstellungen im Bahnhof Miedelsbach

Vorstellung
Bei der Eröffnung des Schorndorfer Kunstmarktes am Freitag, 25. November 2016 um 20 Uhr in der Q Galerie für Kunst, Karlstraße 19, 73614 Schorndorf.
Grußwort: Bürgermeister Thorsten Englert
Einführung: Hardy Langer

Alles zum Kunstmarkt

Die Edition kann in der Q Galerie für Kunst sowie beim Kulturforum Schorndorf erworben werden.